Manuel Minor | Manuel Minor Foto v.l: Manuel Liguori, Manuel Minor, Günter Kern
Mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger sind meiner Einladung nach Fachbach gefolgt, um gemeinsam über Hochwasser-, Starkregen- und Hitzevorsorge zu sprechen. Das große Interesse hat mich sehr gefreut und gleichzeitig gezeigt, wie wichtig dieses Thema den Menschen in unserer Verbandsgemeinde ist.
Mein besonderer Dank gilt Günter Kern, dem ehemaligen Landrat des Rhein-Lahn-Kreises und früheren Staatssekretär, der mit seinem fundierten Fachvortrag viele wertvolle Einblicke in den modernen Katastrophenschutz gegeben hat. Ebenso danke ich Manuel Liguori für die Moderation des Abends und seine fachlichen Beiträge, die die Diskussion bereichert haben.
Besonders beeindruckt hat mich, wie offen die Bürgerinnen und Bürger ihre eigenen Erfahrungen geschildert haben. Da ging es nicht um theoretische Überlegungen, sondern um ganz konkrete Erlebnisse mit Starkregen, Hochwasser und den Folgen extremer Wetterlagen. Ein Teilnehmer berichtete beispielsweise, wie sein Haus vor einigen Jahren von einem Starkregen betroffen war und welche Maßnahmen er seitdem getroffen hat, um sich und seine Familie besser zu schützen. Solche Erfahrungen machen deutlich, dass Katastrophenschutz längst kein abstraktes Thema mehr ist, sondern viele Menschen unmittelbar betrifft.
Für mich haben sich an diesem Abend vor allem zwei zentrale Erkenntnisse ergeben.
Erstens: Die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau verfügt bereits über ein Hochwasserschutzkonzept. Das ist eine gute Grundlage. Jetzt kommt es aber darauf an, dieses Konzept Schritt für Schritt mit Leben zu füllen und die vorgesehenen Maßnahmen konsequent umzusetzen. Pläne allein schützen niemanden – entscheidend ist ihre praktische Umsetzung.
Zweitens: Viele Bürgerinnen und Bürger wünschen sich deutlich mehr Informationen. Nicht jeder weiß, welche Vorsorgemöglichkeiten es gibt, welche Warnsysteme genutzt werden können oder wie sich das eigene Grundstück bei Starkregen verhält. Hier sehe ich einen klaren Auftrag an die Verwaltung. Informationen müssen verständlich, transparent und leicht zugänglich sein – sei es über die Internetseite der Verbandsgemeinde, Informationsveranstaltungen, Flyer oder digitale Angebote wie den Hydro-Zwilling.
Manuel Minor | Manuel Minor Über 50 Bürger kamen zum spannenden Dialog nach Fachbach
Ein weiteres wichtiges Thema waren die sogenannten Leuchttürme in den Ortsgemeinden. Sie sollen im Krisenfall Anlaufstellen für die Bevölkerung sein und unter anderem mit Notstrom, Wasser und einer Grundversorgung ausgestattet werden. Auch hier wurde deutlich, dass bereits viel auf den Weg gebracht wurde, die Ausstattung aber kontinuierlich weiterentwickelt und an die örtlichen Bedürfnisse angepasst werden muss.
Die Diskussion hat außerdem gezeigt, dass viele Kommunen vor finanziellen Herausforderungen stehen. Gleichzeitig waren sich die Teilnehmer einig, dass Maßnahmen zum Schutz von Menschenleben nicht an langwierigen Verfahren oder unnötiger Bürokratie scheitern dürfen. Gerade in diesem Bereich brauchen wir schnellere Entscheidungen und pragmatische Lösungen.
Ich bin überzeugt: Katastrophenschutz funktioniert nur dann, wenn Verwaltung, Politik, Feuerwehren, Hilfsorganisationen und die Bürgerinnen und Bürger an einem Strang ziehen. Jeder kann einen Beitrag leisten – sei es durch private Vorsorge, durch Aufmerksamkeit oder durch ehrenamtliches Engagement.
Deshalb habe ich an diesem Abend auch gesagt: „Wir können nicht alles verhindern, aber wir können uns bestmöglich wappnen. Katastrophenschutz gelingt nur gemeinsam.“ Dieser Satz beschreibt genau das, worauf es aus meiner Sicht ankommt.
Die große Resonanz hat mich bestärkt, diesen Dialog fortzusetzen. Ich möchte auch künftig mit den Menschen in unserer Verbandsgemeinde ins Gespräch kommen, zuhören, Anregungen aufnehmen und gemeinsam Lösungen entwickeln. Denn Sicherheit geht uns alle etwas an – und sie beginnt damit, dass wir miteinander reden und gemeinsam handeln.